Laptop-Tasche aus grauem Kunstleder mit Libellen-Stickerei

Sicher habt ihr bemerkt, dass es hier auf dem Blog in den letzten Wochen eher ruhig zuging. Das lag nicht an mangelnder Bloglust, sondern an zu vielen anderen Verpflichtungen und Dingen, um die ich mich kümmern musste oder wollte. Daher hatte ich mir vorgenommen, den Computer mit in Urlaub zu nehmen und dort zu bloggen. Der Computer kam zwar mit, aus dem Bloggen ist leider trotzdem nichts geworden. In der ersten Woche hatten wir nur eine miserable Internetverbindung, die selbst das Lesen von E-Mails zu einer Gedudsprobe werden ließ. In der zweiten Woche wechselten wir die Unterkunft und dort hatten wir im Haus dann gar keine Internetverbindung mehr und um ins Internet zu gelangen mussten wir immer ins Hauptgebäude der Ferienanlage gehen. In der Bar wollte ich aber auch nicht bloggen.

So zeige ich euch meine Laptop-Tasche eben erst heute.


Schon im Oktober letzten Jahres habe ich die Libellen-Stickdatei erstellt und auf graues Kunstleder gestickt und schon damals wollte ich mir eine Laptop-Tasche daraus nähen. Diesen Vorsatz habe ich aber erst einige Tage vor unserem diesjährigen Sommer-Urlaub umgesetzt. Aber besser spät als nie.

Den Schnitt habe ich mehr oder weniger von einer gekauften Laptop-Tasche meines Mannes kopiert. Anders als bei meiner Laptop-Tasche aus grüner LKW-Plane habe ich diesmal auf der Vorderseite kein Reißverschlussfach genäht, sondern eine große Tasche, die mit Klettband geschlossen wird.


Um der Klappe mehr Festigkeit zu verleihen, habe ich ein Stückchen Plastik eingenäht, genauer gesagt eine zerschnittene Plastik-Schneideunterlage. Manchmal verwende ich solche Schneideunterlagen auch als Taschenboden.


Beim Einfassen mit Schrägband habe ich die Schneideunterlage mit festgenäht. Das hat meine Maschine ohne Probleme geschafft.

Diese Außentasche ist auf jeden Fall viel praktischer als das Reißverschlussfach meiner alten Laptop-Tasche, da sie viel mehr Weite hat.

Diesmal habe ich auch innen etliche Taschen eingenäht und diese Mehrarbeit nicht bereut.


Eine externe Festplatte, USB-Sticks, Unterlagen usw. finden dort Platz. Auch diese Taschen werden mit Klettband geschlossen.

Die andere Innenseite ist eigentlich noch nicht ganz fertig, aber ich zeige sie euch trotzdem schon einmal. Dort habe ich als PC-Halterung ein Gurtband eingenäht, das mit Klettband zusammengehalten wird.

Damit der PC auch auf der anderen Seite sicher hält, fehlt noch eine herausnehmbare Halterung, die aus einem Stückchen Schaumstoff besteht, das mit Stoff umnäht wird und das links und rechts mit Klettband am Innenfutter befestigt werden kann. Diese Halterung habe ich immer noch nicht genäht, obwohl das sicher am wenigsten Arbeit an der ganzen Tasche ist.

Jedenfalls habe ich deshalb einen grünen Taschenfilz eingenäht, weil an diesem das Klettband haften bleibt und weil er etwas dicker ist und er der Tasche mehr Stand gibt. Obwohl ich meine Tasche mit einer Schaumstoff-Einlage verstärkt habe, könnte sie gerne noch etwas mehr Standhaftigkeit aufweisen. Bei der Tasche meines Mannes sorgt ein Plastik-Paspelband für die richtige Form. Wo man ein solches kaufen kann, weiß ich aber leider nicht. Ich hatte schon überlegt, mir im Baumarkt ein festeres Kabel zu kaufen und dieses mit Stoff zu ummanteln und als Paspel zu verwenden, bin dann aus Bequemlichkeit aber doch wieder von diesem Vorhaben abgekommen.

Ohne das richtige Material ist man beim Nähen immer wieder gezwungen zu improvisieren. Auch Plastikbefestigungen für die Karabiner des Gurtbandes, wie sie bei der Tasche meines Mannes aufgenäht waren, hatte ich nicht. So habe ich mir aus Gurtband und Ösen eine Befestigung genäht, die gar nicht mal wie eine Notlösung aussieht.


Falls ihr euch über meine Farbwahl wundert. Ich wollte für diese Tasche kein neues Material kaufen und habe einfach das genommen, was noch da war. Das graue Kunstleder und den roten Futterstoff kennt ihr vielleicht noch von dieser Tasche, die ich meiner Tochter genäht habe, oder von dieser mit Katze bestickten Tasche. Von dem roten Gurtband hatte ich nur noch einen kleinen Rest, denn in den Ferien habe ich mit meiner kleinen Tochter und deren Freundin genäht und dabei wurde ein Großteil des roten Gurtbandes verbraucht. Die Nähergebnisse der beiden zeige ich euch noch. Das kleine Stückchen, das vom roten Gurtband noch übrig war, habe ich zum Reparieren unseres Rasenmäher-Auffang-Behälters verwendet, denn dieser war an einer Stelle aufgerissen.

Den roten Reißverschluss und das rote Gurtband habe ich ausgewählt, weil ich mich für das rote Futter entschieden hatte. Die Alternative wäre ein gelbes Futter gewesen, da gefiel mir das rote besser.


Der Reißverschluss ist ein Endlosreißverschluss (genau wie bei dem gestern gezeigten Täschchen), auf den ich zwei Zipper aufgezogen habe, um ihn als Zwei-Wege-Reißverschluss verwenden zu können.

Als Griff habe ich ein schwarzes Gurtband gewählt, das ich vielleicht noch mit einem Stückchen gefüttertem Kunstleder verstärken werde.

Würde ich die Tasche noch einmal nähen, würde ich statt einer dünnen Schaumstoffeinlage einen festeren Schaumstoff wählen, damit die Tasche besser in Form bleibt und mir doch die Mühe machen, eine feste Paspel einzunähen. Das Einfassen mit Schrägband war aber auch ohne Paspel schon sehr mühsam.

Insgesamt bin ich mit meiner neuen Laptop-Tasche aber zufrieden und vor allem bin ich froh, das mit Libelle bestickte Stückchen Kunstleder endlich einmal verarbeitet zu haben. Wenn man zu viele unfertige Projekte herumliegen hat, kann das auch deprimierend sein. Geht mir jedenfalls so.

Habt ihr schon einmal eine Laptop-Tasche genäht? Wenn ja, wie habt ihr sie stabilisiert und wart ihr mit eurem Ergebnis zufrieden?

Von allen Laptop-Taschen, die ich bisher genäht habe (außer der aus grüner LKW-Plane, diese und diese), ist diese sicher die praktischste. Robuster sind allerdings die Taschen aus LKW-Plane, denn das Kunstleder ist zwar schicker, aber auch empfindlicher.

Da die Tasche bei mir nicht ständig im Einsatz ist, wird sie hoffentlich lange halten.

Liebe Grüße
Carmen

 

 

 

 

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