Urlaubswerkeleien und ein neues Utensilo-Täschchen

Ihr Lieben,

diesen Sommer haben wir Urlaub in Lacanau-Océan gemacht, wie ihr vielleicht schon wisst. Das Meer und die Dünen dort sind wunderschön
und weil wir schon mehrmals dort waren und wussten, dass es uns dort gefällt, wollten die Kinder und mein Mann  noch einmal dorthin reisen.

Ich selbst mag zwar Meer und Strand, aber ich bin niemand, der gerne stundenlang in der Sonne liegt und Wochen am Strand verbringt. Das Nichtstun ist ja eine Zeit lang ganz schön, aber ich schaffe es nicht einmal zu Hause, lange faul auf der Liege im Garten zu verbringen.

Wie immer, wenn ich verreise, habe ich mein kleines Reisekissen mitgenommen. Wie ihr seht hat es mal wieder einen neuen Bezug bekommen.


Den Bezug habe ich allerdings schon vor Monaten genäht, ebenso etliche andere Bezüge für unsere anderen kleinen Kissen, die bei uns im Bett liegen. Der Stoff ist diesmal ein Jersey, den ich als Rest in der Stoffecke in Münster-Wolbeck gekauft habe.

Ebenfalls schon vor einiger Zeit genäht und hier noch nicht gezeigt habe ich dieses Utensilo-Täschchen. Die Stickerei kennt ihr vielleicht noch von meinem letzten Reisekissen-Bezug.


Vor einigen Wochen habe ich beschlossen, etwas Ordnung in mein Nähzimmer zu bringen und die von mir gestickten Dateien, die bislang nur auf Stoffresten herumliegen, endlich einmal zu etwas zu verarbeiten. Weit bin ich noch nicht gekommen, aber ich freue mich trotzdem immer wieder über die Ergebnisse. Das Chaos im Nähzimmer ist aber leider immer noch vorhanden.

Für das Täschchen habe ich meinen ersten Probestickversuch des letzten hier eingestellten Freebies verwendet, das bei euch leider auf so gut wie keine Resonanz gestoßen ist. Mir jedenfalls gefällt die Lilien-Stickdatei.

Weil ich es beim ersten Versuch nicht geschafft habe, die Lilien beim mehrmaligen Einspannen mit gleichmäßigen Abständen auszusticken, habe ich überlegt, wie man diesen kleinen Makel so gut wie möglich verbergen kann.

Auf den folgenden beiden Bildern seht ihr, wovon ich rede. Hier ist der Abstand zu groß und die Lilien teilweise etwas schräg
,


hier sieht alles aus wie es soll:

Die vertikale Positionierung der Stickerei und der für das Täschchen erstellte Taschenschnitt waren ideal, um die „Lücke“ zu verdecken, wenn man das Täschchen hinstellt.

Weil das Täschchen allein mit dem Stoff der Stickerei (mal wieder ein Rest Leinwand aus der Malschule, in der ich eine Weile gearbeitet habe) zu klein geworden wäre, habe ich es auf einen Rest Polsterstoff genäht, der beim Nähen meines Gartenbankkissens übrig geblieben ist. Um keine zu dicken Seitenränder zu haben, habe ich den Leinwandstoff ohne Umbruch aufgenäht und die Kanten mit einem Bändchen überdeckt.

Falls ihr selbst einmal ein solches Täschchen mit Bändchen oder aus verschiedenen Stoffen nähen wollt, achtet beim Einnähen des Reißverschlusses darauf, dass die Bändchen und Stoffe bei geschlossenem Reißverschluss zusammentreffen.


In einem meiner Nähbücher gibt es eine Anleitung für ein solches Täschchen, allerdings mit anderen Maßen. Laut dieser Anleitung näht man Futter und Außenstoff getrennt und näht das Futter anschließend mit Hand an den Reißverschluss. Daran habe ich mich nicht gehalten und den Reißverschluss mit der Maschine zwischen Außenstoff und Futter genäht. Das hatte den Nachteil, dass die Seitennähte innen sichtbar blieben, weshalb ich diese mit Schrägband eingefasst habe. Ganz ohne Handstiche ging es also nicht. Der Futterstoff ist ein Mitbringsel aus Wien und kein Rest.

Als das Täschchen fertig war, wusste ich erst nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Es wäre ideal für einen Lockenstab, aber ich besitze nicht mal einen. Kurz vor unserer Abfahrt wollte ich noch einige Kleinigkeiten zum Werkeln einpacken und da war mir plötzlich klar, dass das Täschchen die ideale Größe dafür hat. Nadeln, Garn, Schere, einige kleine Lineale und Schablonen, Stoffreste und einiges andere fanden darin wunderbar Platz.

Die mitgenommenen Stecknadeln kamen aber gar nicht zum Einsatz, denn entgegen meinem Vorhaben, am Strand etwas zu quilten, habe ich Stoffreste zu Jo-Jo’s verarbeitet

und gehäkelt.

Was ich nun mit den Jo-Jo’s mache, weiß ich noch nicht, irgendwann fällt mir schon etwas ein. Die Häkelarbeiten wurden sofort verwendet und ich war sehr verwundert, dass mein Mann mich gebeten hat, etwas zu häkeln.

Obwohl ich in Frankreich immer gerne einen café gourmand bestelle


oder einen café très gourmand,

so bin ich eigentlich doch eine Milchkaffeetrinkerin und deshalb hatten wir, wie immer, wenn wir mehrere Tage verreisen, unseren Espressokocher und unseren Milchschäumer dabei. In dem Mobile Home, in dem wir in der ersten Woche wohnten (nicht sehr komfortabel eingerichtet, aber gleich hinter dem Strand), gab es einen Gasherd, aber keine Topfhandschuhe. Kanne und Milchschäumer wurden also richtig schön heiß und man konnte sie ohne Schutz nicht vom Herd nehmen ohne sich mehr oder weniger die Finger zu verbrennen.


Anfangs nahm mein Mann seine Tennissocken zur Hilfe (ein Bild davon erspare ich euch), aber da er wusste, dass ich Wolle dabei hatte, bat er mich, doch ein paar Topflappen zu häkeln.

Gesagt, getan.


Die Wolle habe ich schon vor einem halben Jahr von Talu zugeschickt bekommen, die mich zu ihrem Häkelwettbewerb eingeladen hatten.


Eigentlich wollte ich auch daran teilnehmen, aber damals habe ich nur eine kleine Webhäkelei fabriziert, mit der ich unmöglich teilnehmen konnte. Meine Häkelkünste sind leider nicht sehr ausgeprägt, aber ausreichend  für ein paar Topflappen . Weil die Wolle nicht für zwei Topflappen in derselben Farbe reichte, gab es eben zwei unterschiedliche. Sicher beide keine Schönheiten, aber allemal schöner als Tennissocken.

Weil ich außer der Wolle auch etwas Paketschnur zum Häkeln mitgenommen hatte und weil wir keinen Brotkorb hatten, häkelte ich auch diesen.

Und weil das Häkeln mir solche Freude machte, entstand auch noch dieses kleine Körbchen.


Außer zu werkeln habe ich auch einige Bücher gelesen und teils mit teils ohne Familie einige Ausflüge nach Bordeaux gemacht. Die Werkeleien durften mit nach Köln kommen, ebenso einige Nähzeitschriften. Doch davon ein anderes Mal.

Liebe Grüße
Carmen

Ein Gedanke zu „Urlaubswerkeleien und ein neues Utensilo-Täschchen

  1. Hallo Carmen!
    Das klingt nach einem gelungenen Urlaub! Schön dass du alle nicht vorhanden Dinge mit ein bisschen Wolle und paketschnur zaubern konntest.
    Deine Lilienstickerei finde ich wunderschön. Wenn ich eine Stickmaschine hätte, wäre ich sicher glücklich über diese Datei. Du machst dir immer so eine Mühe.
    Liebe Grüße
    Silvia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.