Kapuzenkleid nach Rosa P.-Schnitt

Wie bereits geschrieben, habe ich mir in Frankreich einige Nähzeitschriften gekauft. Auf einer namens „Coudre c’est facile 46“ war ein Kapuzenkleid auf dem Cover abgebildet, das mir sehr gut gefiel und mich dazu brachte, mir die Zeitschrift zu kaufen. Hier könnt ihr einen Blick darauf werfen.

Nachdem ich das Heft gekauft und aus der Folienverpackung herausgenommen hatte, sah ich dann, dass es sich bei dem Kapuzenkleid um einen Schnitt von Rosa P. handelt. Das fand ich etwas merkwürdig, denn ich kaufe mir eigentlich keine französische Zeitschrift, um darin Schnitte deutscher Designer zu finden. (Auch in anderen Ausgaben derselben Zeitschrift finden sich weitere Schnitte von Rosa P.) Anders als im Buch von Rosa P., in dem sich alle die in der Zeitschrift peu à peu veröffentlichten Kleiderschnitte finden, gab es in der Zeitschrift keine detaillierten Angaben zur Größe. Es gab beim Schnitt zwar mehrere Größen zur Auswahl, genaue Angaben dazu fehlten aber.

In meiner Naivität habe ich mich für Größe S entschieden und das Kleid aus einem kuscheligen blauen Streifennicki-Stoff zugeschnitten, den ich bei Rösch in Tübingen gekauft habe, als wir noch dort wohnten. Das ist nun schon sieben Jahre her. Irgendwann kommen schon meine gesammelten Stoffe unter die Nadel, bei manchen dauert es eben etwas länger.

Der Stoff reichte gerade so für diesen Schnitt und ich freute mich sehr auf mein neues kuscheliges Herbstkleid. Mit der Overlock war es schnell genäht, nur die Kapuze habe ich anders als in der Anleitung angegeben festgenäht. Eine sichtbare Naht gefiel mir nicht, weshalb ich eine Wendeöffnung im Kapuzenfutter gelassen und die Kapuze mit einer unsichtbaren Naht festgenäht habe.

Das ist zwar etwas aufwändiger, aber mir gefällt es so besser als mit einer sichtbaren Naht.

Als ich das Kleid dann anzog, war die Enttäuschung groß. Ich passte zwar rein, aber da der Stoff nicht sonderlich dehnbar ist, der Schnitt aber für Jersey gemacht wurde, sah ich doch etwas eingequetscht darin aus. Das Oberteil passte im Brustbereich zwar gut, aber die Arme waren sehr eng und ungemütlich und das Kleid war für meinen Geschmack auch etwas kurz für mich. Sehr schade, denn das Kleid gefällt mir eigentlich sehr gut, nur eben nicht an mir.

Darum bat ich meine kleine Tochter, es einmal anzuprobieren. So klein ist sie ja auch nicht mehr.


Ihr ist es zwar etwas zu weit, aber sie kann es meiner Meinung nach gut tragen.


Zum Glück gefällt es ihr auch und es wird ihr sicher auch noch einige Jahre passen.

Der Futterstoff mit Pünktchen ist übrigens auch von Rösch. Aus ihm habe ich meiner großen Tochter früher mal ein Schlafanzugsoberteil genäht, aber es gibt noch ein großes Reststück davon in meinem Stofflager.

Nach dieser Enttäuschung überlege ich nun, ob ich mir das Kleid noch einmal aus einem dehnbaren Stoff nähe, allerdings dann etwas länger.

Zuerst werde ich aber ein anderes Kleid aus einer anderen mitgebrachten Zeitschrift nähen. Und da es hier in Köln schon sehr herbstlich geworden ist, steht auch eine Herbstjacke auf meiner imaginären Nähliste. Wir haben seit diesem Monat kein Auto mehr und wollen uns auch kein neues kaufen. Im Urlaub waren wir auch schon mit einem Mietwagen unterwegs, weil wir unserem alten Auto nicht mehr trauten. Deshalb erledige ich jetzt fast alles mit dem Rad. Eine praktische wetterfeste Radjacke fehlt mir allerdings noch. Meine Regenjacke (hier gezeigt), hat mich bei einem Starkregen schon einmal ziemlich im Stich gelassen (ich war nass bis auf die Haut) und meine gefütterte Jacke aus einem wasserabweisenden Stoff ist zwar toll, hat aber etwas kurze Arme, was beim Radfahren im Regen auch nicht so angenehm ist. Aber selbst wenn ich hin und wieder mal nass werde, bin ich doch immer froh, nicht mit dem Auto im Stau zu stehen.

Was steht auf eurer Nähliste?

Liebe Grüße
Carmen

 

 

4 Gedanken zu „Kapuzenkleid nach Rosa P.-Schnitt

  1. Ich bewundere sowas – ohne Auto sein. Ich bin allerdings vor den Kindern auch viel mit dem Fahrrad gefahren. Damals wohnte ich aber etwas näher (ca. 6 km, jetzt 16 km) an der nächsten Stadt. Das Kleid gefällt mir sehr gut! Passt sicher auch im Winter als Pulliersatz zu einer schmalen Jeans. So richtig radfahrtauglich ist es aber nicht 😉 Willst Du so eine richtig wetterfeste Radjacke auch selbst nähen? Mit abgeklebten Nähten und allem? Wenn ja kann ich Dir das Forum outdoorseiten.net empfehlen. Dort gibt es eine Rubrik „MYOG“, make your own gear. Bin gespannt was Du davon hältst.
    Ach ja, Nähliste: Softshellhose und Walkjacke für den Babyjungen, Unterkleid für mich.
    Liebe Grüsse,
    Martina

    • Ohne Auto zu sein ist hier bei uns kein großes Problem. Wir hatten ja schon mehrmals mehrere Monate kein Auto (einmal bei unserem letzten Amerika-Aufenthalt, einmal hier in Köln als unser Auto monatelang in der Werkstatt war). Wenn ich will, kann ich zu Fuß einkaufen gehen (z.B. in ein großes Einkaufscenter mit 180 Geschäften und Ärzten, Post usw.) und mit dem Rad kann ich sicher an die 10 Supermärkte in der Nähe erreichen. Die Straßenbahn hält ja auch nur ein paar Schritte von unserem Haus entfernt und zur Not mieten wir eben ein Auto. Mein Mann hat sich schon vor Monaten bei einer Car-Sharing-Firma angemeldet, ich noch nicht, da ich in Köln kein Auto brauche und wenn ich weiter weg fahren will, muss ich sowieso bei einer anderen Firma eins mieten. Heute war ich zweimal mit dem Rad einkaufen, erst im Supermarkt, dann im Baumarkt. Zum Glück haben wir noch einen großen Kinderfahrrad-Anhänger, der ein prima Kofferraum-Ersatz ist. In Tübingen bin ich auch immer mit dem Rad einkaufen gefahren. Damals mussten wir immer erst in eine Tiefgarage in einem anderen Haus laufen, dort unser Auto suchen (es gab keine festen Stellplätze und die Plätze hatten Aufzüge ), mühsam die Kinder reinsetzen (was teilweise sehr nervig war, denn die Stellplätze waren so eng, dass man erst einmal vom Stellplatz runterfahren musste, um einen Kindersitz zu befestigen) usw. Den Stress habe ich mir, wenn es ging, erspart und das Fahrrad genommen. Unser Hänger war früher oft etwas überladen, sodass ich dreimal die Speichen reparieren lassen musste, weil sie teilweise gekracht waren.
      Radfahrtauglich muss das Kleid auch nicht sein. Ich wollte es eher für zu Hause nähen. Beim Radfahren trage ich fast immer Hosen. Welche Radjacke ich mir nähen will, weiß ich noch nicht ganz genau. Damit meine Beine nicht nass werden, wird es vermutlich eher eine Art Poncho mit Kapuze werden, den ich über den Lenker werfen kann. Ich hab zwar eine Regenhose, aber die mag ich nicht. Vielen Dank für den Tipp mit dem Forum. Ich hab eben mal reingeschaut. Die Seite ist sicher interessant, für mich sind viele der dort gemachten Angaben aber viel zu ausführlich. Dort wird ja sehr viel über verschiedene Materialien diskutiert usw.. Ich werde aber Stoff aus meinem Fundus verwenden und dann wird sich zeigen, ob er geeignet ist oder nicht. Ich habe hier nämlich noch einige beschichtete Stoffe vom Betty-Barclay-Farbrikverkauf herumstehen, aus denen auch Jacken genäht wurden. Wenn man einen Stoff kaufen will, sind Erfahrungsberichte und der Austausch mit anderen sicher hilfreich, aber beim Stoffneukauf muss ich mich zurückhalten und erst einmal einige Altlasten abarbeiten. Von Myog hatte ich bislang noch nie gehört, wieder was dazu gelernt. Auf dein Unterkleid bin ich gespannt. Softshellhose und Walkjacke sind für Herbst und Winter ja genau das Richtige für deinen Babyjungen.
      Liebe Grüße
      Carmen

    • Mir passt es ja leider auch nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Da ist es gut, dass ich ohne Auto jetzt immer Rad fahre. Ob ich mir das Kleid noch einmal für mich etwas länger und weiter nähe, weiß ich immer noch nicht.
      Liebe Grüße
      Carmen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.