Nähen mit Kindern: Umhänge-Täschchen aus Stoffresten

In den Ferien wollte meine jüngste Tochter nach langer Zeit mal wieder etwas nähen. Vermutlich aber nur, weil eine ihrer Freundinnen Lust dazu hatte. Von unserem Vorhaben, jeden Monat gemeinsam etwas zu nähen, will sie schon lange nichts mehr wissen. Dennoch war sie Feuer und Flamme als es darum ging, gemeinsam mit ihrer Freundin kleine Umhänge-Täschchen zu planen und diese mit meiner Hilfe zu nähen.

Jedes der Mädchen machte sich erst eine Skizze, auf der es Größe, Stoffanordnung usw. festhielt. Bei der Stoffauswahl durften sie nach Belieben von meinen Stoffresten auswählen, davon gibt es ja mehr als genug. Zuschneiden durften sie die Stoffe selbst mit Rollschneider und Lineal, allerdings ist das für Kinder doch nicht ganz einfach und mehrmals schnitten sie falsch zu. Natürlich wollte sich meine Tochter von mir auch nichts sagen lassen. Also habe ich sie machen lassen.


Ihre Freundin hingegen war nicht so beratungsrestistent wie meine Tochter und es machte Spaß, ihr die Einstellungen der Maschine zu erklären und ihr beim Nähen zu helfen. Sie hat übrigens auf meiner alten Bernina 730 Record mit reduzierter Motorgeschwindigkeit genäht. Für Nähanfänger ist diese Maschine ideal. Meine Tochter hat auf der alten Singer 216 G genäht, die meine Nachbarin mir geschenkt hat. Bei ihr kann man die Nähgeschwindigkeit nicht regulieren, aber immerhin schon die Nadelposition verändern, was das Nähen doch sehr erleichtert.

Herausgekommen sind zwei schöne sehr individuelle Umhänge-Täschchen, auf die die beiden Mädchen ganz schön stolz sind.

Die Freundin meiner Tochter hat ein Täschchen aus zwei Jeansresten und einem Stückchen Kunstleder genäht, gefüttert mit einem Rest Tilda-Stoff.


Die Rückseite dieses Patchwork-Kissens habe ich aus demselben Tilda-Stoff genäht. Das graue Kunstleder kam ja schon mehrmals bei mir zum Einsatz, zuletzt bei meiner vor einigen Tagen gezeigten Laptop-Tasche.


Beide Mädchen wollten ein Autogurtband zum Umhängen, das nicht direkt auf die Täschchen genäht werden, sondern mit Karabinern und Ösen befestigt werden sollte.

Bei dieser Tasche entschieden wir uns dafür, die Ösen in schwarze LKW-Plane zu pressen und diese in der Seitennaht der Tasche anzunähen. Eine gute Entscheidung. Das Gurtband suchte sich die Freundin meiner Tochter farblich passend zum Futterstoff in Rot aus. Von meinen Nähkursen habe ich noch jede Menge Gurtbandreste zur Auswahl.

Statt eines Bändchens oder einer Applikation entschied sich das Mädchen vorne auf die Tasche lediglich ein Stückchen Webkante vom Futterstoff aufzunähen. Webbänder schneide ich fast immer ab und hebe sie in einer extra Kiste auf. Manchmal verwende ich sie auch als Paspel, wie z.B. bei diesem hier gezeigten Kissen.


Als Reißverschluss diente ein Endlosreißverschluss aus meinem Vorrat. Glücklicherweise wurde das Umhänge-Täschchen an einem Tag fertig und die Freundin meiner Tochter konnte es glücklich mit nach Hause nehmen. Das Gurtband habe allerdings ich mit meiner alten Adler 69 zusammengenäht, das hätte die alte Bernina nicht geschafft und eine Nähanfängerin lasse ich nicht an diese Maschine.

Ganz anders sah die Sache bei meiner Tochter aus. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, ein Patchwork-Täschchen aus Jeans-Resten zu nähen. Sowohl beim Zuschnitt als auch beim Nähen lehnte sie Tipps ab und so ist es kein Wunder, dass die einzelnen Stoffe nicht nur ungleich groß zugeschnitten, sondern auch recht krumm und schief zusammengenäht wurden und sie wurde natürlich auch nicht an einem Tag damit fertig.


Einen Endlosreißverschluss lehnte sie ebenso ab wie das Stanzen der Ösen in LKW-Plane. Bei ihr musste es ein Reißverschluss mit goldenen Metallzähnchen sein und die Ösen bitte in Fahrradschlauch gepresst und nicht seitlich, sondern oben eingenäht.

Das schaffte sie selbst natürlich nicht und selbst meine alte Adler hatte arg zu kämpfen. Unpraktisch ist diese Position der Ösen so nah am Reißverschluss zudem auch noch, aber ihr gefällt’s und das ist ja die Hauptsache.


Das von meiner Tochter verwendete Futter kennt ihr vielleicht noch von hier. Ganz treue Leser erkennen vielleicht auch, woher der ein oder andere Jeansrest stammt. Es kamen jedoch auch Stückchen einer gekauften Hose zum Einsatz, die meine Nachbarin mir zum Verwerten überlassen hat.

Bis auf das Gurtband und die Ösen hat meine Tochter die Tasche alleine genäht und so ist es kein Wunder, dass sie total begeistert von ihrem Werk ist.

Außer ihrem selbst genähten Umhänge-Täschchen hat die Freundin meiner Tochter noch etwas anderes Genähtes mit nach Hause genommen. Was, zeige ich euch morgen.

Habt ihr Kinder, mit denen ihr manchmal näht? Welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht? Dürfen die Kinder nähen, was und wie sie möchten oder besteht ihr darauf, dass sie sich an genaue Vorgaben halten?

Liebe Grüße
Carmen

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