V8-Update, damit erstellte Pfauenfeder-Stickdateien und Umsetzungsbeispiele

Nach sehr langer Überlegung habe ich mir vor einigen Wochen nun ehrlich gesagt ziemlich widerwillig das neue Update für mein Stickprogramm (V6) von Bernina gekauft. Das ist nun das dritte Mal, das ich für mein Stickprogramm zahle, denn außer dem Stickprogramm (V5) habe ich mir schon einmal ein Update (V6) gekauft. Prinzipiell ist gegen Updates ja nichts Negatives zu sagen, wenn sie dann aber gleich fast 500 Euro kosten, ist es schon nachdenkenswert, ob man nicht doch lieber darauf verzichtet. Weil ich die zusätzlichen Funktionen, die das Update mit sich bringt, nicht wirklich brauche, hätte ich ehrlich gesagt sehr gut darauf verzichten können, aber da meine alte Version (V6) nicht mehr mit Windows 10 kompatibel war (das ich nach meinen Computerproblemen ja nun installiert habe) hatte ich bislang mehrere Windows-Versionen auf verschiedenen Festplatten und musste ständig hin- und herwechseln um Dateien bearbeiten oder versenden zu können. Das hat mir dann auch keine Freude gemacht und deshalb gab es hier auch keine Freebies mehr.

Bernina wirbt beim Update des Stickprogramms damit, dass man nun keinen Dongle mehr braucht. Ein Dongle ist ein USB-Stick, der als Kopierschutz dient, da man ihn bei der Verwendung des Stickprogramms immer eingesteckt lassen muss, sonst funktioniert es nicht.  So sollte verhindert werden, dass jemand eine Raubkopie nutzen kann. Bislang wurde das Stickprogramm nämlich auf CD zum Selbstinstallieren verkauft. Man konnte es auf verschiedenen PCs installieren, musste nur immer den Dongle einstecken, wenn man es benutzen wollte. Das war zugegebenermaßen etwas lästig, aber durchaus verständlich.

Das neue Update kommt nun nicht mehr in Form einer CD und USB-Dongle, sondern wird installiert, nachdem man einen mitgelieferten USB-Stick eingesteckt und einen Produkt-Key eingegeben hat. Anders als zuvor darf man das Programm nicht mehr installieren, wo und wann man möchte, sondern insgesamt nur dreimal und laut Bernina maximal zweimal gleichzeitig.

(„Jeder Produktschlüssel ermöglicht drei Aktivierungen. Die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung erlaubt es einem Benutzer, die Software auf maiximal zwei Computern zu installieren. Die Software-Lizenz ist nicht übertragbar. Die dritte Aktivierung ist als Reserve gedacht, falls ein Computer beschädigt wird oder verloren geht.“ (https://www.bernina.com/de/Resources/bernina-products/software/V8/Pdfs/Brochuere_V8_A4_DE_v10_low-res.pdf))

Bei der Installation war allerdings die Rede davon, dass das Programm nur auf einem Rechner installiert sein darf.  Obige Info über die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung ist auf der Bernina-Seite nur ganz am Ende der Produktbroschüre zu lesen und dann so klein gedruckt, dass man es kaum sieht und ich habe diese Info erst während der Installation entdeckt. Natürlich ist das auch meine Schuld, denn ich hätte ja auch direkt bei Bernina oder einem Fachhändler danach fragen können. Was mich aber noch mehr geärgert hat ist die Tatsache, dass der Dongle der bisherigen Version beim Installieren des Updates unbrauchbar gemacht wurde. Das Update wurde zwar damit beworben, dass der Dongle durch eine Softwarelizenz ersetzt wird, dass der Dongle danach unbrauchbar ist, war mir aber nicht klar, schließlich habe ich ja dafür bezahlt.  Mein zuvor teuer gekauftes älteres Update kann ich nun also auch nicht mehr auf einem anderen Computer verwenden. Weil ich manchmal am Laptop, manchmal aber auch gerne an einem normalen PC mit einem etwas größeren Bildschirm arbeite, finde ich das schon eine große Einschränkung, denn wie gesagt, ich habe das Update nicht gekauft, weil ich die wenigen zusätzlichen Funktionen nutzen wollte, sondern weil meine Version des Stickprogramms nicht mit Windows 10 kompatibel ist.

Da ich das Update nun aber einmal habe, nutze ich es natürlich auch. Falls ihr selbst einmal versuchen wollt, eine Stickdatei zu erstellen, könnt ihr euch von Bernina eine kostenlose Testversion downloaden. Dazu müsst hier ein Formular ausfüllen und bekommt per Mail dann einen Downloadlink zugesendet. Die Testversion ist 30 Tage gültig. Gezählt werden nur die Tage, an denen ihr das Programm verwendet. Immerhin.

Meine Bloggerfreundin Karin von Lockwerke hat mich auf unserer Fahrt zur Textilen Art Berlin (über die ich euch noch berichten werde) auf die Idee gebracht, eine Pfauenfeder für euch zu digitalisieren.

Nachdem ich vor einigen Wochen nun in einem Laden im Einkaufscenter eine Pfauenfeder als Kugelschreiber gesehen und gekauft habe, habe ich mich ans Werk gemacht und sie in eine Stickdatei umgewandelt. Netterweise hat eine liebe Leserin sie gleich mehrfach für mich zur Probe gestickt und ich habe durch den Austausch mit ihr und durch Kritik meiner großen Tochter noch einige Änderungen an der Datei vorgenommen. (Inspiriert von der Stickdatei verkleidet meine Tochter sich am 11.11. nun als Pfau. Sie hat sich sogar selbst Stoff gekauft und hat gestern  an der Nähmaschine genäht. Das grenzt schon fast an ein Wunder.)

Anfangs sah die Pfauenfeder noch wie ein Kugelschreiber aus, dann habe ich sie im unteren Bereich aber komplett verändert und herausgekommen ist diese Version. Die Pfauenfeder sieht hier etwas wilder aus und mir gefällt sie so immer noch am besten:

Weil es bei uns inzwischen merklich kühler geworden ist und ich ja immer mit dem Fahrrad fahre, habe ich sie verkleinert auf eine Mütze gestickt.

Eine völlig andere Idee hatte sa-bine.de. Sie hat die erste Version in schwarz-weiß auf ein super-praktisches Zebra-Kosmetiktäschchen gestickt und sogar passende Pinsel dafür gekauft.

Leider hatte ich bei dieser Datei vergessen, die Überlappungen in der Mitte zu entfernen, weshalb es beim Sticken zu einigen Problemen kam. Überlappungen sind Stellen, an denen mehrere Farben übereinander liegen. Auf dem Bildschirm sieht man ja immer nur die oberste Farbe, sofern man sich die Datei nicht langsam nachzeichnen lässt. Das Stickprogramm hat eine Funktion namens „Überlappungen entfernen“ und rechnet automatisch die unter der obersten Farbe liegenden Stiche weg und lässt beim Sticken dann dort eine Lücke. Es ist also nicht viel Arbeit, Überlappungen zu entfernen, aber man muss halt daran denken.


Manches fällt mir beim Digitalisieren nicht gleich auf, inzwischen habe ich den Fehler aber behoben. Jedenfalls finde ich die schwarz-weiße Pfauenfeder auch mit kleinem Fehler sehr schön und das Täschchen ist meiner Meinung nach richtig klasse. Auch die Vorderseite ist bestickt, aber die könnt ihr euch hier ansehen und ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, es lohnt sich.

Meiner Tochter gefiel die erste Variante nicht ganz so gut und auch Sabine hatte noch einige Verbesserungsvorschläge, weshalb ich die Datei noch einmal überarbeitet habe. Bei sa-bine.de findet ihr auch eine Umsetzung der überarbeiteten Datei. Die Pfauenfeder ist im oberen Bereich nun nicht mehr so wild, wie ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt. Dafür ist der Kiel etwas breiter (mit Satinstich statt mit Dreifachstich digitalisiert) und auch im Bereich des Auges habe ich noch Änderungen vorgenommen.


Diesmal wurde die Feder mit Metallicgarn gestickt und passt perfekt zu dem extra für sie gekauften Stoff.


Sieht doch einfach toll aus, oder? (Liebe Sabine, ich danke dir noch einmal herzlich fürs Probesticken und den netten Austausch mit dir. Und es tut mir immer noch leid, dass ich die Überlappungen nicht gleich gesehen habe.)

Meine eigene Umsetzung der überarbeiteten Pfauenfeder ist nicht ganz so farbenfroh.


Ich habe sie auf einen blauen Samtstoff gestickt. Weil ich bislang noch nicht wirklich oft auf Samt gestickt habe, habe ich etwas mit Stickvlies herumexperimentiert. Wasserlösliches Stickvlies oben und unten, wasserlösliches Stickvlies oben, Wegreißvlies unten, kein Stickvlies oben, wasserlösliches unten.

Das beste Ergebnis habe ich mit wasserlöslichem Stickvlies oben


und Wegreißvlies unten erreicht.

Ohne wasserlösliches Stickvlies oben werden die Fäden wie bei Frottee zu sehr in den Stoff hineingezogen und sind viel weniger gut sichtbar. Einige meiner Probestickversuche habe ich inzwischen verschenkt, aus einem habe ich aber selbst etwas genäht, nämlich diesen Kissenbezug:


Natürlich könnte man auch mehrere Pfauenfedern darauf sticken. Aber ich wollte ein schnelles Projekt nähen.

Auf diesem Foto seht ihr noch einmal den Größenunterschied zwischen kleiner urprünglicher und großer veränderter Pfauenfeder:

Welche Pfauenfeder gefällt euch am besten und falls ihr eine Stickmaschine habt, welche hättet ihr gerne als Freebie, kleine oder große Pfauenfeder, erste wildere Version oder die zweite?

Inzwischen habe ich herausgefunden, wie ich Freebies zum Direktdownload bereitstellen kann. Meine Hammer-Applikation könnt ihr seit September direkt herunterladen. Bevor ich die Pfauenfeder für euch zum Download anbiete, möchte ich sie aber erst noch von einigen anderen zur Probe sticken lassen, um ausschließen zu können, dass es Fehler oder Probleme mit der Datei gibt. Ob ich anschließend auch alle anderen Freebies zum Direktdownload einstelle, weiß ich noch nicht. Da will ich erst einmal abwarten, wie die Resonanz auf die Pfauenfeder ist. Außerdem finde ich den Austausch mit denjenigen, die mich per Mail anschreiben, auch oft sehr schön und der würde dann ja wegfallen.

Liebe Grüße
Carmen

 

 

3 Gedanken zu „V8-Update, damit erstellte Pfauenfeder-Stickdateien und Umsetzungsbeispiele

  1. Hallo Carmen!!
    Das ist ja alles ärgerlich und teuer mit deinen Updates!! Davon habe ich vorher noch nie etwas gehört.
    Die Folgekosten für so ein Stickmaschinenprogramm sind wirklich sehr hoch.
    Mir gefällt die schwarz-weiße Feder am besten. Ganz liebe Grüße
    Silvia

    • Hallo Silvia, Updates gibt es ja leider ständig und sogar heute muss ich WordPress wieder updaten (bei wordpress.com passiert das automatisch, bei wordpress.org muss ich immer selbst aktualisieren). Geärgert habe ich mich natürlich trotzdem, vor allem über den Preis. Ich weiß allerdings nicht, wie andere Firmen das handhaben. Das Stickprogramm selbst kommt ja auch nicht von Bernina, sondern von Wilcom (die auch ein kostenloses Programm zum konvertieren von Stickdateien anbieten, den Wilcom Truesizer, der aber auch nicht mit Windows 10 kompatibel ist) und beeinhaltet auch eine CorelDRAW Version. Eigentlich kann man sich auch direkt bei Wilcom ein Stickprogramm kaufen. Wenn ich noch kein Stickprogramm gehabt hätte, würde ich das heute vermutlich machen. Vor vielen Jahren hatte ich von Wilcom aber noch nie gehört.
      Die schwarz-weiße Feder finde ich auch sehr schön.
      Liebe Grüße
      Carmen

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