Stoffresteverwertung: Backhandschuhe aus Jeansresten

Schon jahrelang wollte ich uns neue Backhandschuhe nähen. Dieses Jahr habe ich es endlich geschafft, nachdem unsere gekauften Backhandschuhe löchrig und einfach nicht mehr zu gebrauchen waren (und man sich deshalb auch sehr schnell eine Brandblase zuziehen konnte). Eigens für dieses Projekt hatte ich mir aus Amerika Insul-Bright mitgebracht. Ob ich die Idee schon bei unserem ersten Amerika-Aufenthalt vor sechs Jahren oder bei unserem letzten vor zwei Jahren hatte, weiß ich schon gar nicht mehr.

Jedenfalls lag das Material schon lange bereit und wollte nur noch verarbeitet werden. Zusätzlich zum Insul-Bright habe ich das ebenfalls auf dem Bild sichtbare Bambus-Baumwolle-Batting in die Handschuhe eingenäht, das ich glücklicherweise noch von einem meiner Quilts übrig hatte.

Weil ich möchte, dass die Backhandschuhe möglichst lange halten, wollte ich sie aus einem robusten Material nähen und habe mich deshalb für Jeans entschieden. Baumwollstoffe wären optisch vielleicht etwas schöner gewesen, aber da diese nun einmal viel dünner als Jeansstoffe sind, habe ich mich für das dickere Material entschieden.

Um den Handschuhen dennoch einen gewissen Pfiff zu geben, habe ich inspiriert von der Tasche meiner kleinen Tochter beschlossen, die Vorderseite aus kleinen Quadraten patchworkartig zusammenzunähen. Dabei habe ich darauf geachtet, die Quadrate derselben Stoffe spiegelverkehrt zusammenzunähen. Wie ihr sicher wisst, habe ich eine ganze Kiste nur mit Jeansresten. Da ich immer mal wieder Jeans nähe, fallen auch immer wieder neue Reste an.

Das Insul-Bright und das Bambus-Baumwolle-Batting habe ich anschließend mit buntem Jeansnähgarn festgesteppt. Ich habe einfach Quadrate quer über die gepatchworkten Quadrate genäht, das passt meiner Meinung nach wunderbar.

Oft fotografiere ich Muster, von denen ich denke, dass ich sie irgendwann einmal in textiler Art und Weise umsetzen kann.

Hier seht ihr beispielsweise den schneebedeckten Zaun meiner Nachbarin, den ich vor wenigen Wochen fotografiert habe.


Die Rückseite habe ich einfach aus größeren Reststücken genäht und diese anschließend mit buntem Nähgarn mit parallel laufenden Nähten abgesteppt. Ehrlich gesagt fehlte mir die Motivation, auch diese Seiten noch zu patchworken, denn das hat doch länger gedauert als ich es erwartet hatte.


Gefüttert habe ich die Backhandschuhe außer mit Insul-Bright und dem Bambus-Baumwolle-Batting auch noch mit einem Baumwollstoff, den ich auch schon für dieses Utensilo-Täschchen verwendet habe. Es gibt immer noch einen großen Rest davon, sodass ihr diesen Stoff wohl noch häufiger hier zu sehen bekommen werdet. Den oberen Rand habe ich mit einem gekauften Schrägband eingefasst.

Nun sind meine großen und kleinen Weihnachtsplätzchenbäcker froh, endlich wieder backen zu können, ohne Angst haben zu müssen, sich beim Herausnehmen der Bleche die Finger zu verbrennen. Wir hätten natürlich auch einfach neue Backhandschuhe kaufen können. Das wäre vermutlich sogar billiger gewesen als selbst welche zu nähen, aber das wollte ich nicht.


Auf dem Foto seht ihr leckere Nussecken, die noch darauf warteten, mit den Ecken in Schokolade getaucht zu werden.

In diesem Jahr habe ich selbst noch gar keine Weihnachtsplätzchen gebacken. Aber da meine Kinder mir diese Arbeit gerne abnehmen, komme ich trotzdem in den Genuss von Plätzchen.

Ganz uneigennützig sind auch einige Backmischungen im Glas in den Adventskalendern meiner Kinder gelandet. Und das Tolle daran ist, dass meine Kinder (alle drei) sich sogar darüber freuen. Wenn es draußen schneit (was hier in Köln ja nur selten vorkommt) oder es kalt und ungemütlich ist, ist es jedenfalls wunderbar, wenn man es sich drinnen mit ein paar leckeren Plätzchen (und einem Kaffee) gemütlich machen kann. Das Foto unten habe ich vor acht Tagen aufgenommen.

Habt ihr schon einmal Backhandschuhe genäht?

Habt eine schöne restliche Vorweihnachtszeit!

Liebe Grüße
Carmen

2 Gedanken zu „Stoffresteverwertung: Backhandschuhe aus Jeansresten

  1. Hallo Carmen,
    Backhandschuhe stehen ganz oben auf meinem Wunschzettel. Von unseren ist komischerweise nur noch einer da und dann verbrennt man sich immer die Finger. (Den anderen habe ich zufällig letztens bei unseren Mietern an der Leine gesehen, der hat wohl noch in unserer Wohnung gelegen, bei den Textilien, die wir gespendet haben😂 wenn ich neue bekomme, wird der zweite Handschuh auch noch rüber gebracht 🤣)
    Meine Schwägerin näht auch und hat den Wunschzettel zur Bearbeitung bekommen, vielleicht klappt es ja und ich habe bald neue. Zum Selbernähen bin ich leider noch nicht gekommen, obwohl ich eine Zeit lang sogar das passende Innenleben da hatte. Es nennt sich Thermolan. Vielleicht funktioniert aber auch die Auflage, die zwischen Bügelbrett und Bezug kommt.
    Von deinen Füllungen habe ich bisher noch nichts gehört, die Handschuhe sehen sehr robust aus und werden sicher ganz lange gute Dienste leisten.
    Ganz liebe Grüße
    Silvia

    • Liebe Silvia,
      dann drücke ich dir die Daumen, dass deine Wünsche erfüllt werden. Als ich das Insul Bright gekauft habe, wusste ich noch nicht, dass man ein ähnliches Material auch in Deutschland kaufen kann. Ja, hier heißt es Thermolan. Vor Jahren war ich jedenfalls ganz begeistert, so etwas gefunden zu haben. Ob eine Bügelbrettauflage funktioniert, weiß ich nicht. Ich glaube, da fehlt die Beschichtung, die sowohl beim Thermolan als auch beim Insul Bright aufgebracht ist. Aber du kannst es ja einmal versuchen und berichten, falls du doch keine Backhandschuhe geschenkt bekommst. Unsere Handschuhe sind zum Glück so robust wie sie aussehen, sogar mein Mann hat sie gelobt.
      Die Rentiere sind ein sog. Plugin, aber ich habe sie wieder abgestellt, weil sie doch etwas beim Lesen stören. Aber meine Weihnachtsüberschriften lasse ich noch eine Weile, ich weiß nicht, ob dir die veränderte Schrift auch aufgefallen ist. Wenn man selbst einen Blog hostet, kann man sich ja alle Möglichen Plugins installieren, ich verwende zwar nur sehr wenige, aber manchmal finde ich das ganz schön.
      Ich stimme dir zu, dass man beim Kaufen von Kleidung immer schlechtere Qualität für viel Geld bekommt. Ich wundere mich aber auch, was die Leute alles kaufen. Vor einigen Wochen war ich mit meiner kleinen Tochter einkaufen und wir sind durchs ganze Einkaufscenter, bis wir am Ende zwei Pullis gefunden hatten, die aus Wolle und nicht aus überwiegend Plastik waren und ihr noch gefielen und passten. Die waren natürlich teurer als die Plastikpullis, aber ich gebe dann lieber etwas mehr Geld für gute Sachen aus und kaufe weniger.
      Die Hose für meinen Mann habe ich übrigens mit meinen Pfaff Coverlocks und meiner Bernina Artista 730 genäht. Die Bernina hat inzwischen aber immer häufiger so ihre Macken und das nächste Mal steppe ich vielleicht wirklich besser mit meiner alten Adler ab. Die steht aber bei uns im Keller und es ist sehr lästig, zwischen meinem Nähzimmer im zweiten Stock und dem Keller hin und her zu laufen. Das habe ich vor kurzem beim Nähen der Notebooktaschen aus LKW-Plane (von denen ich dir ja schon erzählt hatte) aber gemacht. Wenn man viel näht und das machst du ja, lohnt sich eine gute Nähmaschine in jedem Fall.
      Auch dir und deiner Familie wünsche ich schöne Weihnachten.
      Herzliche Grüße
      Carmen

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