Stoffresteverwertung: Einhorn und Eulen aus Filz – Ein Handnähprojekt für die Talu-Aktion Basteln und Gutes tun

Schon vor einigen Wochen wurde ich von Talu eingeladen, am aktuellen Wettbewerb „Basteln und Gutes tun“ mitzumachen. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich schon einmal an einem Talu-Wettbewerb teilgenommen (hier mein Beitrag, falls ihr noch einmal schauen wollt) und damals sogar gewonnen habe. Den Gewinn habe ich euch leider immer noch nicht hier gezeigt. Das mache ich aber irgendwann noch, versprochen.

Mit der Aktionunterstützt das Talu-Team die DKMS im Kampf gegen Blutkrebs, indem es für jeden bis zum 21.12.2017 verlinkten Bastelbeitrag 15 Euro spendet.  Allein die Registrierung eines Spenders kostet schon 35 Euro, die nicht jeder Spender selbst aufbringen kann. Deshalb unterstütze ich diese Aktion sehr gerne.

Zum Glück kenne ich selbst niemanden, der an Blutkrebs erkrankt ist, aber die Tochter eines Bekannten meines Bruders ist als Jugendliche daran gestorben. Nach einer großen Registrierungsaktion ist zwar ein Spender gefunden worden, aber das Mädchen war bereits zu schwach für eine Therapie.

Schon lange wollte ich mich nicht nur deshalb selbst registrieren, aber die Faulheit hat bislang immer gesiegt. Nach der Anfrage von Talu habe ich mich nun aber endlich aufgerafft und mich online registriert und lasse mir per Post das DKMS-Registrierungs-Set zusenden. Mehr als eine Einverständniserklärung zu unterschreiben und mit einem Wattestäbchen Abstriche von der Wangenschleimhaut zu entnehmen und das Ganze dann zurückzusenden, muss man nicht tun und das ist doch wirklich nicht viel, wenn man damit dazu beitragen kann, jemandem vielleicht das Leben zu retten.

Falls ihr nun selbst mit dem Gedanken spielt, euch registrieren zu lassen, könnt ihr das auf der Seite der DKMS. Dort findet ihr auch weitere Informationen.

Aber nun zu meiner Bastelaktion. Wie ihr der Überschrift bereits entnehmen konntet, habe ich Eulen und ein Einhorn aus Filz genäht, wobei ich dabei tatkräftig von meinen Kindern (sogar von allen dreien) unterstützt wurde.

Die Idee zum Nähen der Filzeulen stammt allerdings nicht von mir selbst, sondern von Clare Youngs. Ihr Buch „Weihnachten handgemacht-einfach inspirierend“ enthält 50 schöne Projekte und die Filzeulen haben mich beim Anblick gleich motiviert, sie nachzunähen.


Allerdings habe ich die Füße anders als im Buch gestaltet (dort wurde ein Pomponband mit zwei Pompons als Füße eingenäht) und unsere Eulen sind bis auf eine auch etwas größer, da ich sie zuerst mit der Maschine zusammennähen wollte und deshalb etwas Nahtzugabe zugegeben habe. Von diesem Vorhaben bin ich nach dem ersten Versuch aber wieder abgekommen, da mir die maschinell zusammengenähte Eule nicht gefiel. Stattdessen habe ich die Eule dann komplett von Hand genäht und da ich die Flügel auch schon etwas größer zugeschnitten hatte, ist die Eule dann einfach größer geblieben. Mein Sohn und meine kleine Tochter mochten die größere Eule und sie wollten ihre Eulen dann auch etwas größer nähen. Allein meine große Tochter hat die Eule in der im Buch angegebenen Größe genäht. Die Eulen im Buch wurden auch mit einem anderen Stich als bei uns ca. einen halben Zentimeter vom Rand entfernt zusammengenäht. Das gefiel mir nicht, weshalb ich mich für eine andere Variante entschieden habe.

Meinen Kindern gefiel diese erste Eule so gut, dass sie selbst auch welche nähen wollten. Glücklicherweise hatte ich noch sehr hochwertige Wollfilzreste (aus der Stoffecke in Münster-Wolbeck), Stickgarn (von meiner lieben Nachbarin und aus Wien), Füllmaterial (wir haben Schafswolle verwendet, aber man kann natürlich auch ein anderes Füllmaterial nehmen), Bändchen und Perlen in meinem Nähzimmer.

Die Vorlage im Buch haben wir auf wasserlösliches Stickvlies übertragen. Wer keine Vorlage hat, kann sich auch selbst eine Vorlage zeichnen. Dazu eignen sich zum Beispiel prima Plätzchenausstechformen. Ich habe es mit einem Einhorn versucht.

Der Vorteil des wasserlöslichen Stickvlieses besteht darin, dass man einfach über die abgezeichneten Linien sticken kann. Man muss diese also nicht zuvor auf den Filz übertragen. (Man kann natürlich auch frei sticken.) Das Vlies lässt sich später restlos wegwaschen, wir haben es allerdings vorsichtig weggerissen. Bevor wir mit dem Stickgarn genäht haben, haben wir Flügel, Augen und Nase allerdings erst einmal mit kleinen Stichen auf die Vorderseite genäht. Mein Sohn hat uns dabei immer wieder Musik von seinem Handy abgespielt und wir hatten eine sehr gemütliche Zeit, auch wenn es auf dem Bild nicht gerade gemütlich aussieht.

Das Nähen mit der Hand dauert zwar viel länger als das Nähen mit der Maschine, aber es hat sogar meinen Kindern Spaß gemacht. So sehr sogar, dass selbst mein Sohn am nächsten Tag von ganz alleine noch eine weitere Eule nähen wollte.


Seine erste Eule wird er am Ende der Woche nämlich als Wichtelgeschenk in der Schule verschenken und ich bin gespannt, was die Beschenkte dazu sagen wird.

Auch ich habe noch eine zweite Eule genäht, nämlich die braune, die ihr auf dem Foto unten sehen könnt. Statt Wollfilz habe ich für die Flügel bei dieser Eule kleine Reste Kaschmirstoff verwendet, den ihr hier und hier schon einmal sehen konntet.


Weil ich die Befürchtung hatte, dass man das Stickgarn auf den Flügeln kaum sehen würde,  habe ich stattdessen einige Perlen aufgenäht. Die Füße habe ich einfach frei gezeichnet und anschließend pro Fuß zweimal aus Filz ausgeschnitten.

Meine große Tochter, die uns beweisen wollte, dass sie eine Eule in zwei Stunden nähen kann (was sie nicht ganz geschafft hat, obwohl ihre Eule kleiner als unsere ist), hat die Füße nur einfach ausgeschnitten. Ein Zusammennähen entfiel bei ihr also, aber die Füße ihrer Eule haben dafür auch keine so gute Festigkeit.

Meine kleine Tochter hat zwar fleißig genäht, aber kurz vor dem Ende beschlossen, an einem anderen Tag weiterzunähen.


Ich bin gespannt, wann diese Lücke noch geschlossen wird. Den Rand haben wir übrigens mit einem sogenannten Schlingenstich genäht. Weil ich die Naht möglichst unauffällig haben wollte, haben wir dazu dünnes Nähgarn verwendet.


Mein Einhorn ist im Vergleich zu den Eulen recht klein und ich muss sagen, etwas größer würde es mir vermutlich besser gefallen. Hier noch einmal meine Ausstechform und ihre Übertragung auf wasserlösliches Stickvlies


und die fertige Umsetzung.


Aber es sollte ja nur ein Versuch sein und dafür ist es in Ordnung.

Hier seht ihr noch einmal alle fertigen und unfertigen Eulen und das Einhorn gemeinsam. Meiner Meinung nach ist das eine schöne Bande.


An Weihnachten dürfen die Eulen unseren Fake-Weihnachtsbaum schmücken. In diesem Jahr werden wir nämlich keinen Baum schlagen, sondern unseren auf Stoff gedruckten Baum aufhängen. Bis dahin vergnügen sie sich aber noch überall in der Wohnung, hier z.B. auf einem Kranz aus Birkenzweigen.


Nun hoffe ich, dass möglichst viele andere Blogger an der Aktion von Talu teilnehmen, damit das Spendenziel von 1500 Euro erreicht wird oder dass zumindest der ein oder andere Leser sich ebenfalls dazu entschließt, Gutes zu tun und sich als Spender bei der DKMS registrieren zu lassen. Schließlich kann es jeden von uns treffen.

Falls ihr auf der Suche nach weiteren Bastelideen seid, könnt ihr hier schauen, welche Ideen die anderen Blogger hatten, die die Talu-Aktion unterstützen.

Liebe Grüße
Carmen

 

2 Gedanken zu „Stoffresteverwertung: Einhorn und Eulen aus Filz – Ein Handnähprojekt für die Talu-Aktion Basteln und Gutes tun

  1. Liebe Carmen,
    deine Eulen gefallen mir sehr gut! Ich habe vor ein paar Tagen auch mit meinen beiden Mädels genäht. Ebenfalls Einhörner, allerdings habe ich die Näharbeit mit der Maschine gemacht und nur die Wendeöffnung haben die Kinder mit der Hand geschlossen. Die Geduld das Tier komplett von Hand zu nähen hätten die beiden noch nicht aufgebracht.
    Bei der DKMS bin ich aber schon einige Jahre lang registriert und habe auch meine Daten dort aktualisiert. Auch Blutspenden gehe ich, wenn es passt.
    Die Jeans für Deinen Mann ist toll! Ans Nähen für den Mann muss ich mich erst noch rantasten. Ausser Hosen reparieren oder Knöpfe annähen ist er bisher leer ausgegangen. Aber wenn er wieder ein Lieblingsteil aussondert nehme ich auch den Schnitt ab.
    Liebe Grüsse,
    Martina

    • Liebe Martina,
      ich war selbst ganz überrascht, dass meine Kinder freiwillig stundenlang mit mir nähen und dann auch noch mit der Hand. Sie sind aber auch schon größer als deine. Als sie noch kleiner waren, haben wir das manchmal auch so gemacht wie ihr, ist doch auch toll. Löblich, dass du schon jahrelang bei der DKMS registriert bist und auch noch Blutspenden gehst. Ich war schon ewig nicht mehr Blutspenden, obwohl ich weiß, wie wichtig das ist. Mein Vater und mein Sohn haben selbst schon einmal Blutkonserven bekommen, das sollte für mich eigentlich Motivation genug sein, selbst zur Blutspende zu gehen. Hoffentlich schaffe ich es im nächsten Jahr. Eine Herrenjeans zu nähen wirst du auf jeden Fall schaffen, das ist auch nicht schwieriger als eine Damenjeans zu nähen und da hast du ja schon Erfahrung.
      Liebe Grüße
      Carmen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.