Update Dresden Plate Quilt

Ihr Lieben,

falls ihr euch wundert, warum es hier so still ist, ich arbeite immer noch an meinem Dresden Plate Quilt.

Bei diesem Quilt läuft ja einiges schief, nicht nur etliche Nähte, die ich vor Jahren sehr unsauber genäht habe. Weil ich aber endlich einmal damit fertig werden will, bleiben die schiefen Nähte ebenso wie meine anderen Fehler. Normalerweise trenne ich ja immer noch einmal alles auf, was nicht perfekt ist, aber in diesem Fall lasse ich das, denn sonst werde ich niemals fertig.

Um alle Plates aufnähen zu können, musste ich vor Weihnachten noch einmal Stoff einkaufen, der farblich einigermaßen passend ist. Meine Tochter war zwar ganz entsetzt, als sie gesehen hat, dass der Stoff eine andere Farbe hat, aber so schlimm sieht er nun auch nicht aus. Blöderweise hatte ich am Ende aber 16 Plates auf einen in Amerika gekauften Stoff genäht und nur 14 auf den neu gekauften. Wohl oder übel habe ich also eine zuvor mühsam mit der Hand festgenähte Blume wieder aufgetrennt und auf den neuen Stoff genäht, um die verschiedenen Stoffe im Wechsel anordnen zu können. Eine Arbeit, die ich mir hätte sparen können, wie ihr weiter unten lesen könnt.

Danach wusste ich nicht recht, wie ich die einzelnen Stoffe miteinander verbinden sollte. Ohne Zwischenteile sahen mir die Stoffe etwas langweilig aus.


Letztendlich habe ich mich für bunte Quadrate entschieden, wie ihr vielleicht im letzten Beitrag gesehen habt. Beim Zuschneiden der 654 Quadrate unterlief mir gleich der nächste Fehler. Das heißt, zugeschnitten habe ich sie alle gleich groß, 7cm mal  7cm, was ja auch nicht weiter schwierig ist, aber dabei hatte ich nicht bedacht, dass sich die Seitenlänge meiner einzelnen mit den Dresden Plates aufgenähten Stoffe ja durch das Annähen der Quadrate um die Nahtzugabe verringert. Die Stoffe hatte ich auf 45cm mal 45cm zugeschnitten (größer hätte ich sie auch nicht schneiden können) und ich dachte, ist ja prima, dann kann ich jeweils neun 5cm breite Quadrate annähen.


Bemerkt ihr den Denkfehler? Durch das Annähen von jeweils 9 Quadraten an zwei Seiten fielen auf den verbleibenden Seiten die Nahtzugaben weg, bei mir jeweils 1cm und es blieben dann nur noch 43cm über. Alle Quadrate, die ich auf diese kürzeren Seiten nähen wollte, entsprechend zu kürzen, oder mit einer noch größeren Nahtzugabe zusammenzunähen, damit sie passten, war mir zu mühsam und so habe ich einfach jeweils eines der Quadrate gekürzt. Dass ich auch über die an den Seiten festgenähten Quadrate wieder Quadrate nähen musste, hatte ich auch nicht bedacht, meine Maße stimmten also ganz und gar nicht.

Statt zu verzweifeln habe ich einfach die Quadrate wie geplant zusammengenäht und zum Glück waren die Stoffe so dehnbar, dass sie trotzdem ganz gut passten.

Nachdem ich das Top dann fertig hatte, kam die nächste Enttäuschung. Ahnt ihr schon, welche? Eigentlich waren es gleich zwei Enttäuschungen. Zum ersten Mal fiel mir nämlich erst jetzt auf, dass ich einige Dresden Plates in einer anderen Stoffreihenfolge als die anderen zusammengenäht hatte. Ich meine damit nicht, dass nicht alle Plates aus denselben Stoffen genäht wurden, das auch, und die Plates mit den roten Stoffen haben auch eine ungerade Zahl (11) und ließen sich nicht gleichmäßig verteilen. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, was ich meine.

Beim Aufnähen hatte ich außerdem nicht darauf geachtet, alle Plates gleichmäßig aufzunähen (kein Wunder, da ich sie über Jahre hinweg immer mal wieder angenäht habe und keine Ahnung hatte, worauf ich dabei achten muss). Heute bin ich schlauer.

Ich legte das mit 30 Dresden Plates genähte Top schon etwas frustriert über unser Bett und dann überkam mich sofort die zweite Enttäuschung, denn ich sah, dass ich es viel zu groß genäht hatte. An einer Seite lag es sehr weit auf dem Boden, das konnte unmöglich so bleiben.

Als ich das Batting in Amerika gekauft habe, hatten wir noch ein größeres Bett und weil es so gut darüber passte, dachte ich wohl, ich müsste meinen Quilt auch so groß nähen. Erinnert ihr euch? In Princeton war es uns so kalt, dass wir das Batting über unsere Bettdecke legten, um es etwas wärmer zu haben.

Fünf Dresden Plates hatte ich also nicht nur umsonst zusammen- und umgenäht, sondern auch umsonst aufgenäht. Stundenlange Arbeit für nichts.


Jede Näherin hat ja ihre eigene „Nähhandschrift“, das da oben ist meine. Und so sieht sie von der Vorderseite aus:


Auch die darum herumgenähten Quadrate hätte ich mir sparen können. Gar nicht zu denken an die ganze Bügelei, denn jede Naht habe ich bei den Plates zur Seite, bei den Quadraten auseinander gebügelt.

Aber es half ja nichts, ich habe eine ganze Reihe wieder abgetrennt. Wie sich danach herausstellte, war das auch gut so, denn genügend Stoff für die Rückseite hatte ich auch nicht und ich war froh um jedes Quadrat, das ich von der abgetrennten Vorderseite in die Rückseite integrieren konnte. Wenigstens mal etwas Positives.

Ursprünglich hatte ich einen anderen Stoff für die Rückseite gekauft, dieser hätte aber nicht gereicht (das kommt davon, wenn man spontan und ohne Plan einkauft) und farblich gefiel er mir auch nicht mehr für diesen Quilt. (Aber es ist ein schöner Stoff, der schon noch vernäht werden wird.) Also beschloss ich, alle Reststoffe der Vorderseite sowie einige farblich passende Fat Quarter zusammenzustückeln, so wie ich es schon bei mehreren Patchwork-Kissen gemacht habe.

Weil ich von allen Stoffen nur Reste hatte, wollte ich diese etwas verteilen und habe sie auseinanderschneiden müssen. Den Stoff hatte ich bis auf den neu vor Weihnachten in Köln gekauften aus Amerika mitgebracht, nachkaufen konnte ich bis auf diesen also keinen mehr und ich musste mir gut überlegen, ob ich einen Stoff nun wirklich durchschneiden wollte oder nicht. Das Anordnen, Zusammennähen, teilweise Wiederauftrennen und Neuzusammennähen hat insgesamt eine ganze Woche gedauert. Die meiste Zeit habe ich dabei Stoffe hin und hergelegt und geschaut, ob mir das so gefallen könnte oder nicht. Das war echt nervig, aber es hat sich meiner Meinung nach doch ausgezahlt.

Vorher musste ich erst einmal Platz in unserem Wohnzimmer schaffen, denn ich musste den ganzen Quilt im Blick haben, der immerhin ca. 2,5m mal 2,5m groß ist.  Zum Glück schaffte ich es mit meinen Resten gerade so, die Rückseite etwas größer als die Vorderseite zu nähen. Beim Quilten verschieben sich die Stoffe ja meist noch etwas und dann ist es schlecht, wenn der Stoff der Rückseite nicht mit dem der Vorderseite zusammentrifft.

Vorder- und Rückseite meines Dresden Plate Quilts sind inzwischen so weit fertig, dass ich sie heften und quilten kann.  Auf dem Bild sind allerdings noch nicht alle Stoffe zusammengenäht. Ihr seht, mein Batting (das übrigens ein Bambus-Baumwolle-Batting ist) hätte prima für eine weitere Reihe Dresden Plates gereicht. Nun habe ich einen schönen Streifen Batting übrig, mit dem ich wieder Schlafbrillen oder anderes nähen kann.

Mit dieser Notlösung bin ich jedenfalls zufrieden. Ehrlich gesagt gefällt mir die Rückseite fast besser als die Vorderseite.

Weil ich diese Woche mehrfach Besuch hatte, musste ich den Quilt aber zur Seite legen. Ist ja nicht sehr einladend, wenn das Bügelbrett samt Bügeleisen und Schneidematte im Esszimmer herumsteht und man das Wohnzimmer nicht nutzen kann, weil dort alles mit dem Quilt und Stoffresten belagert ist. Unsere Möbel musste ich auch etwas zur Seite rücken, um genügend Platz für den Quilt zu haben. Auf dem ersten Foto seht ihr allerdings noch meine alte Singer-Nähmaschine, die durfte stehenbleiben.

Morgen kommt erst unser Klavierstimmer, dann der Klavierlehrer ins Haus, danach kann ich mich wieder ausbreiten und weiterarbeiten. Bis der Quilt fertig ist, wird es aber sicher noch einige Wochen dauern.

Und ich bin schon sehr gespannt, wie er letztendlich aussehen wird. Einen Stoff für ein Binding habe ich nämlich noch nicht ausgewählt (da muss ein Stoff aus meinem Stofflager herhalten) und wie ich ihn quilten werde, weiß ich auch noch nicht. Weil ich meine ersten Dresden Plates so unsauber genäht habe, muss ich nach dem Quilten auch noch mittig Kreise oder etwas anderes darübernähen, das verändert das Aussehen ja auch noch einmal.

Bis er fertig ist, ist hoffentlich auch das Wetter wieder besser, damit ich draußen ein paar Fotos für euch machen kann.

Macht es gut und lasst euch weder vom Wetter noch von Fehlern beim Nähen oder von was auch immer die Laune verderben!

Liebe Grüße
Carmen

 

 

4 Gedanken zu „Update Dresden Plate Quilt

  1. Ach das freut mich aber, dass Du den Quilt jetzt langsam fertig hast. Glückwunsch. Das, was ich bisher sehe, gefällt mir sehr gut. Den Rest wirst Du schon auch noch schaffen. Ja manchmal ist echt der Wurm drin. Meine Schwester hat auch einen Quilt, der hat den Namen „Der ungeliebte“, warum wohl? Dabei ist er eigentlich ganz schön. Nun mach mal das Teil fertig, leg es über Euer Bett und freu Dich daran. Mein Glorieta ist auch immer noch nicht fertig. Irgendwie finde ich das Quiltmuster ätzend zum quilten. Schieb es auch immer vor mir her. So ist es eben. Dir alles Liebe, Birgitt

    • Langsam fertig ist gut, die Betonung liegt auf langsam. Dein Glorieta mag ja ätzend zum Quilten sein, aber das wird ein echtes Kunstwerk. An so etwas traue ich mich gar nicht ran.
      Liebe Grüße
      Carmen

  2. Oh man Carmen!
    Dein Quillt wird wunderschön😍Ich hätte nie für möglich gehalten, wie kompliziert und aufwändig so etwas ist. Aber man kann jetzt schon erkennen, dass sich die viele Arbeit auf jeden Fall auszahlt. Die Farbkombination finde ich total schön.
    Ganz liebe Grüße
    Silvia

    • Liebe Silvia,
      wenn ich das geahnt hätte, wie viel Arbeit dieses Muster mit sich bringt, hätte ich mich vermutlich niemals dafür entschieden. Wunderschön finde ich den Quilt auch nicht, da ich selbst meine Fehler ja ganz genau sehe. Früher hatte ich leider noch keine Ahnung, wie man einen Dresden Plate Quilt ordentlich näht. Das weiß ich jetzt, aber so bald werde ich sicher nicht noch einmal einen Dresden Plate Quilt nähen. Dieser muss ja sowieso erst einmal fertig werden.

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