Not macht erfinderisch: Bestickte Kreise für Dresden Plate Quilt und zwei passend dazu erstellte Quiltmuster

Nachdem ich euch gestern schon einen Großteil meines Dresden Plate Quilts gezeigt habe, will ich euch heute die Kreise der Mitten sowie zwei passend dazu erstellte Quiltmuster etwas genauer zeigen.

Nicht alle Kreise, die ihr auf dem Foto sehen könnt, habe ich verwendet, dafür aber noch einige andere.

Ursprünglich hatte ich nicht geplant, Kreise auf die Mitten der Dresden Plates zu nähen, da mir eine Vorlage ohne Kreismitte besser gefiel. Deshalb hatte ich alle 16 Pedals bis zur Mitte zusammengenäht und sie nicht verkürzt zugeschnitten. Bei den gut genähten Dresden Plates sah das auch gut aus, aber leider habe ich doch vor allem bei den zuerst genähten nicht sehr sauber gearbeitet und die Stoffe trafen teilweise sehr krumm und schief zusammen. Jedenfalls war das alles in allem kein schöner Anblick und ich beschloss, die Mitten mit Kreisen aus Stoff zu überdecken.

Bei meiner Inspirationssuche im Internet habe ich viele schöne Dresden Plate Quilts gesehen, die ebenfalls Kreise in der Mitte hatten. Diese Kreise waren sehr oft aufwändig gequiltet, das kam bei meinem Quilt aber nicht in Frage. Die vielen aufeinandertreffenden Stofflagen sind nämlich so dick, dass man nicht über sie darüber nähen kann. Ich war auch nicht bereit, aus allen Dresden Plates Kreise herauszuschneiden, um danach die über sie gelegten neuen Kreise quilten zu können. Ehrlich gesagt war ich nicht zu faul alle Kreise auszuschneiden, aber ich hatte ganz und gar keine Lust, alle Nähte, die dann nicht mehr durch Rückstiche gesichert gewesen wären, noch einmal nachzunähen und zu sichern. Zwar wäre über dem Nahtende ein anderer Stoff aufgenäht worden, aber wir hatten schon einmal einen (nicht von mir genähten) Dresden Plate Quilt, dessen Nähte sich aufgelöst haben und das wollte ich auf jeden Fall vermeiden.

So blieb mir letztlich nichts anderes übrig, als Stoffkreise mit Hand über die Mitten der Dresden Plates festzunähen.

(Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich das doch besser anders hätte handhaben sollen, denn die dicken Stellen sind besonders nach dem Nachquilten der Pedals wirklich nicht schön anzusehen, besonders auf der Rückseite fallen sie negativ auf.)

Ursprünglich wollte ich die Kreise aus einem kleingemusterten Stoff zuschneiden, aber in meinem Stofflager fand sich keiner, der mir dafür farblich passend erschien. Ein anderer Stoff, der ein größeres kreisförmiges Muster hat, gefiel mir, aber davon hatte ich nur noch einen kleinen Rest, der von meinem ersten Quilt übrig geblieben war.

Dieses kreisförmige Muster brachte mich allerdings auf die Idee, mir selbst kreisförmige Muster zu digitalisieren und diese auf die Stoffreste, auf die ich die Dresden Plates genäht hatte, zu sticken.

Beim Erstellen der Muster ging ich von einem Herz aus, denn ein Herz ist ja auch in den gequilteten Ecken um die Dresden Plates sichtbar. Mithilfe meines Stickprogramms (V8 von Bernina) erstellte ich mir also ein Herz und mithilfe des Kreiswerkzeuges entstanden sehr schöne Muster, die ich immer wieder anders digitalisiert habe, indem ich verschiedene Sticharten verwendet und kombiniert und immer wieder unterschiedliche Bereiche des Musters betont habe. Auf dem Bild könnt ihr das gut erkennen.

Ich war und bin immer noch ganz begeistert, was man aus einer einfachen Mustervorlage wie einem Herzen für schöne Muster erstellen kann und habe sicher zwei Tage lang nur herumdigitalisiert und ausgestickt.

Um die Kreise später schön wenden zu können, habe ich ein wasserlösliches Stickvlies über die bereits gestickten Muster gestickt. Dafür hatte ich mir extra einen weiteren Kreis digitalisiert, der nur minimal größer als der bereits gestickte Kreis war.


Nach dem Sticken habe ich die Kreise dann mit sehr kleiner Nahtzugabe ausgeschnitten und  eine Wendeöffnung in das wasserlösliche Stickvlies eingefügt. Die Nahtzugaben habe ich in kleinen Abständen eingeschnitten, damit nach dem Wenden eine schöne Kreisform entsteht. Für wasserlösliches Stickvlies habe ich mich entschieden, damit die Mitten nicht noch dicker werden. Nach dem Waschen ist dieses ja verschwunden und zurück bleiben bloß die Vorderseiten der Kreise.


Alle Kreise musste ich anschließend von Hand aufnähen. Dabei war ich froh, dass ich um die Muster herum auch Kreise digitalisiert und gestickt hatte, denn sonst hätte ich die Kreise unmöglich einigermaßen rund festnähen können. So konnte ich mich beim Festnähen immer an den Kreisen orientieren und habe immer kurz davor mit der Nadel eingestochen.


Anfangs war ich etwas unsicher, ob ich nicht ein Muster für alle 25 Dresden Plates wählen sollte, aber mein Mann meinte, ich solle verschiedene nehmen. Genug Auswahl gab es ja, denn das Digitalisieren hat mir richtig Freude gemacht und ich konnte die Funktionen des Updates meines Stickprogramms etwas besser kennenlernen.


Beim Sticken habe ich möglichst farblich zum Quilt passendes Stickgarn gewählt. Manchmal gefiel mir das Ergebnis aber nicht und deshalb haben es auch nicht alle ausgestickten Muster auf den Quilt geschafft.

Theoretisch hätte ich nun mit dem Annähen des Bindings (das ist der Stoff, der um die offenen Kanten der drei Quiltlagen genäht wird) beginnen können, aber ich wollte zuvor noch etwas auf die bunten Zwischenstreifen der Dresden Plates quilten.

Damit später alles aussieht als hätte ich das von Beginn an so gewollt, obwohl ja alles nur improvisiert ist, habe ich zwei Muster der Kreise aufgegriffen, diese vergrößert und mit einem Dreifachstich digitalisiert, damit sie gut halten und ich nicht noch einmal alle Anfangs- und Endfäden vernähen muss. Davon hatte ich von den 100 mit dem BSR-Fuß gequilteten Ecken nämlich genug.

Einmal habe ich dieses Blumenmuster gewählt, das sich durch die sich überlappenden Herzen ergeben hat.


Dass das Einspannen des Quilts in den Stickrahmen kein Problem darstellen würde, wusste ich aus Erfahrung, denn meinen ersten Quilt habe ich komplett mit der Stickmaschine gequiltet.


Aber natürlich war das Einspannen auch etwas mühsam, da der Quilt so groß ist. Für meine alte Bernina Record blieb auf dem Tisch kein Platz mehr und sie musste unter den Tisch wandern. Falls ihr euch wundert, warum da eine Nähmaschine auf dem Boden steht, das ist der Grund.

Das zweite Muster hat sich aus den Umrissen von vier Herzen ergeben und erinnert etwas an ein Kleeblatt.


Weil beide Muster zu groß für die Randstreifen gewesen wären, habe ich dafür dann extra noch einmal veränderte Versionen gespeichert, wie ihr auf dem Bild hoffentlich erkennen könnt.

Das Binding habe ich danach aus einem Stoff aus meinem Stofflager zugeschnitten und zusammengenäht.  Den Stoff kennt ihr vielleicht noch von meinem genähten hier gezeigten Weihnachtsbäumchen. Anschließend habe ich es doppelt gelegt gebügelt und dann mit der offenen Kante auf den Rand der Vorderseite geheftet und mit einer Nahtzugabe von einem Zentimeter festgenäht. Danach habe ich das Binding umgeklappt und wieder festgesteckt und alles auf der Rückseite mit Hand festgenäht. Auf dem Bild könnt ihr noch gut die Stiche von der Vorderseite unterhalb der Nadel erkennen.

Niemals käme ich auf die Idee, das Binding komplett mit der Maschine festzunähen. Das passt für mich einfach nicht zu einem Quilt, vor allem dann nicht, wenn er – wie mein Dresden Plate Quilt – ohnehin schon viele Fehler aufweist.


Obwohl der Quilt nun schon einige Zeit fertig ist, bin ich leider immer noch nicht dazu gekommen, ihn komplett für euch zu fotografieren. Das Kölner Wetter hat mich bisher daran gehindert. Selbst wenn es einmal nicht regnet, ist die Wiese immer noch zu nass, um ihn darauf auszubreiten.

Bilder vom gesamten Quilt bleibe ich euch also schuldig, aber die kann ich hoffentlich bald nachreichen.

Insgesamt bin ich mit dem Quilt zufrieden, obwohl er sicher kein Meisterwerk ist. Manchmal ist es gut, Dinge zu beenden, auch wenn sie nicht perfekt sind und ich kann euch nur dazu ermutigen. Ich habe sehr viel dabei gelernt und die Lust am Quilten ganz und gar nicht verloren. Im Gegenteil, ich habe große Lust noch einen weiteren Quilt zu nähen. Aufgrund der Baustelle im Haus ist daran aber momentan nicht zu denken.

Außer den hier gezeigten Kreis- und Quiltmustern sind übrigens noch weitere Muster bei meinen Versuchen entstanden, die zeige ich euch aber ein anderes Mal.

Liebe Grüße
Carmen

 

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